Gemeinsam für Wesel

Es war eine Machtwort, das Betriebsausschussvorsitzender Peter Tebbe vor dem Beginn der gestrigen Sitzung sprach

Die Zerschlagung der ASG „Ein völliger Schwachsinn“, kommentierte Peter Tebbe

Peter Tebbe, Ratsmitglied
Peter Tebbe, Ratsmitglied

 

Stadt zahlt Hälfte des ASG-Defizits

 

Peter Tebbe, Ratsmitglied

Wesel, 22.06.2011, Petra Herzog

Löcher im Asphalt und Löcher in der ASG-Kasse. Der Winter fordert seinen Tribut.

Wesel. Es war eine Art Machtwort, das Betriebsausschussvorsitzender Peter Tebbe (SPD) vor dem Beginn der gestrigen Sitzung sprach. Gerade sei der städtische Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) nach den Querelen im vergangenen Jahr zur Ruhe gekommen.

Und nun werde - etwa in einem Leserbrief - so getan, als würde der ASG von bestimmten Parteien oder Ausschüssen zerschlagen. „Ein völliger Schwachsinn“, kommentierte Peter Tebbe den Vorgang. „Das hat keiner vor, und das war auch nie Thema bei der SPD.“

Neun Millionen im Minus

Franz Bothen (CDU) dankte seinem Kollegen für die klaren Worte, bevor es schließlich um den ASG-Geschäftsbericht ging. 196 000 Euro Verlust - daran sind auch die enormen Kosten für den Winterdienst Schuld. Dann gab es lobende Worte von der SPD durch Ludger Hovest („Wir sind mit der Arbeit sehr zufrieden“) und von der CDU durch Wolfgang Lingk („Sehr gute Arbeit, die bei der Bevölkerung gut ankommt“). Und es gab die Ankündigung von Kämmerer Paul-Georg Fritz, dass die Stadt die Hälfte des Verlustes aus dem Jahr 2010 tragen wird. Eine längerfristige Vereinbarung soll folgen. Doch erst einmal wird Fritz im September einen Nachtragshaushalt einbringen müssen, mit einem Fehlbetrag von neun Millionen Euro. Dennoch zeigte der Finanzfachmann sich zuversichtlich, dass in der Kreisstadt ein Haushaltssicherungskonzept, das zu sehr massiven Ausgabeneinschränkungen führen würde, vermieden werden kann. Wichtig sei es auf jeden Fall, nicht alle städtischen Betriebe und die Stadtverwaltung isoliert, sondern zusammen zu betrachten.

Ob ein Grünflächenkataster nötig ist oder nicht, darüber sind sich nicht alle einig. Nach ersten Berechnungen müssten dafür rund 120 000 Euro ausgegeben werden, so Werksleiter Ulrich Streich. Wolfgang Lingk würde das Geld lieber für die Winterschäden auf den Straßen ausgeben, und auch sein Fraktionschef Jürgen Linz hält ein Verschieben für die bessere Lösung. Thomas Moll, ebenfalls CDU, sprach gar von grobem Unfug in der jetzigen Zeit. Das sieht die SPD ganz anders. Ludger Hovest sagte kurz und knapp: „Wir machen es ordentlich und schnell.“ Das Thema soll in der Septembersitzung ausführlich beraten werden.


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