Gemeinsam für Wesel

VDK, Gast bei der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung im Centrum.

Chancengleichheit statt Diskriminierung

 

So früh wie möglich integrieren

SPD und VdK über den ganz normalen Umgang mit Behinderten von Kindesbeinen an und die nötigen Voraussetzungenen

Petra Herzog
Wesel. Chancengleichheit statt Diskriminierung, soziale Inklusion, Teilhabe und Teilnahme - das sind die Ziele der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Damit beschäftigten sich die Teilnehmer der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung im Centrum. Die Fachleute kamen vom Sozialverband VdK, der längst mehr ist als eine Interessenvertretung für Kriegsversehrte. Das machte Robert Walter, Geschäftsführer des Kreisverbandes Niederrhein, deutlich. Er hält es für wichtig, dass Menschen von klein auf spielend den Umgang mit Behinderten erlernen. Dabei warb er um mehr Verständnis füreinander und machte deutlich, dass Nicht-Behinderte mit Behinderten mehr Probleme hätten als umgekehrt. Eine gewisse Unsicherheit sei dabei stets vorhanden.

Wesels Schuldezernent Dirk Haarmann gab einen Überblick über die Situation vor Ort. Danach sind in den Grundschulen 73 behinderte Schülerinnen und Schüler im . gemeinsamen Unterricht. Nur in Bislich und an der Konrad-Duden-Grundschule gebe es solch ein Angebot bislang nicht, weil der Bedarf nicht da sei.

Schon im Kindergartenalter werden in der Kreisstadt Plätze für Behinderte freigehalten. So gibt es zwölf Integrativgruppen und zwei heilpädagogische Gruppen in den Kindertagesstätten. Doch die 77 Plätze reichen nicht, es existierteine Warteliste. Drei weitere integrative Gruppen entstehen in der neuen Kita Gabainstraße. Mittlerweile wird auch über die Integration unter Dreijähriger nachgedacht. Möglich werden diese Angebote durch zusätzliches Personal und junge Leute im freiwilligen sozialen Jahr. An den weiterführenden Schulen bestreiten 49 behinderte Schülerinnen und Schüler den gemeinsamen Unterricht.

Einig war man sich in der an-schließenden die Regelschule nicht für alle behinderten Kinder eine Möglichkeit ist, sie aber so oft wie es geht genutzt werden sollte. Brigitte Siebert, SPD-Mitglied und Lehrerin, betreut seit Jahren auch Behinderte in ihren Klassen. Es sei immer „was aus ihnen geworden".

Im Übrigen, so der Tenor der Diskussion, müsse niemand Angst haben, dass die Betreuung der Behinderten zu Lasten der Nicht-Behinderten gehe. Im Gegenteil: Letztlich entwickele sich ein besseres Sozial verhalten. Voraussetzung für das Gelingen der Integration sei allerdings, dass die räumlichen Voraussetzungen gegeben seien und das Lehrpersonal und die Betreuer entsprechend geschult würden, was nicht die Regel sei, wie Walter ausführte. Er bot das Wissen und die Kompetenz seines Verbandes an, etwa um ein Forum zu bilden, bei dem Ängste und Sorgen beiseite geschoben werden könnten. „Kommen Sie auf uns zu!", lautete die Ermunterung.

ZAHLEN UND FAKTEN Großes Interesse

Die Mitgliederzahlen des VdK Niederrhein steigen seit Jahren steil an. 18 300 sind es zurzeit, 1200 kamen allein im Jahr 2010 hinzu. Das Durchschnittsaltersank in den vergangenen Jahren von 64 auf 61 Jahre. Das enorme Interesse spiegele die schwierige sozialpolitische Situation wider, so Geschäftsführer Walter.

 

Integrative Konzepte für Regelschulen gesucht

VON ISABELL HÜLSER

WESEL „Den Gedanken Inklusion nach vorne bringen", so beschreibt Robert Walter, Kreisverbandsgeschäftsführer des VdK, das Anliegen des Sozialverbands. Dafür hatte der VdK viele Fraktionen angeschrieben und bereits über 30 Gespräche zum Thema geführt. Nun war Robert Walter zusammen mit Vertretern der VdK-Ortsverbände bei der SPD-Fraktion zu einer öffentlichen Fraktionssitzung in der VHS zu Gast. Hauptthema an diesem Abend: die Integration von behinderten Menschen.

Inklusion ist die Botschaft

Stark steigende Mitgliederzahlen beim VdK zeigen es: Die sozialpolitische Situation wird immer schwieriger. „Wer einmal am Rand der Gesellschaft ist, hat es schwer", weiß Walter. Ziel des VdK deshalb: Menschen mit und ohne Behinderung früh zusammenbringen, um so die Basis für ein problemloses Miteinander zu schaffen und so Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen.

Der Schlüssel liegt also in der Inklusion, so die Botschaft. „Integrative Schulkonzepte" standen somit im Mittelpunkt der gemeinsamen Gespräche des VdK und der SPD. Für Fraktionsvorsitzenden Ludger Hovest stand vor der Debatte fest: „Ab morgen werden wir das angehen, was hier rauskommt."

„Gleiche Chancen schaffen", so nannte Robert Walter das Ziel, denn nur so kann der Altersarmut, deren Wurzeln oft in der Kindheit liegen, entgegengewirkt werden. Den Kleinsten eine Chance geben, auch und gerade wenn sie gehandicapt sind, das geht nach Meinung des VdK am besten im integrativen Schulkonzept. „Die Quote des integrativen Unterrichts im Kreis ist hoch", konnte Schuldezernent Dirk Haarmann vermelden. Die Weseler Kitas verfügen über zwölf integrative Gruppen, und trotzdem es gibt Wartelisten. In der Weseler Innenstadt wird bald eine weitere Kita mit drei Integrativgruppen entstehen, „Wohnortnähe" lautet hier das Ziel (RP berichtete). Im Grundschulbereich wird zurzeit 73 gehandicapten Kindern der Unterricht ermöglicht. Mehr Lehrpersonal und zwölf Kräfte, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, machen das möglich. Damit gibt es beim Stand der Dinge nichts Neues.

Und trotzdem: „Es gab und gibt Sorgen der Eltern der .normalen' Kinder, dass diese so nicht genug gefördert werden", so Haarmann. Die Expertenmeinung sieht überwiegend anders aus. „Man hebt das Potenzial für alle und schafft ein ausgeprägteres und besseres Sozialverhalten", sagt Haarmann. Für die weiterführenden Schulen besteht allerdings noch Handlungsbedarf, 49 Kinder mit Handicap werden hier in Regelschulen unterrichtet - der Hauptteil an der Martini -Hauptschule und der Lauerhaas-Gesamtschule.

Gutes Beispiel Gesamtschule

Wie gut das klappen kann, das berichtete Brigitte Siebert, Lehrerin an der Lauerhaas Gesamtschule, die ihre integrative Klasse nun nach dem zehnten Schuljahr abgibt. „Alle kriegen ihren Abschluss", berichtet sie stolz. Allerdings, eine völlige Abschaffung der Förderschulen ist nicht das Ziel.

„Sie sollten aber die Ausnahme bleiben", so Robert Walter. Auch bei der Landesregierung steht das Thema Inklusion auf der Agenda. „Zurzeit wird ein Aktionsplan Inklusion erarbeitet", erklärte Abgeordneter Norbert Meesters

 

Weitere Informationen zum VDK über die SPD-Link-Seite

 

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