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Bürokratische Hürden für Wohnmobile am Lippeschlösschen

Ludger Hovest fordert die Bürgermeisterin auf, mit dem Landrat für eine Lösung zu sorgen

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender
Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

 

Ärger um Stellplatz für Wohnmobile

Wesel. Als die SPD im vergangenen Jahr einen Radweg in der neu geschaffenen Lippeaue hinter dem Lippeschlößchen forderte, schienen sich alle einig zu sein, dass ein Wohnmobilstellplatz neben dem Restaurant ideal wäre. Inhaber Ullrich Langhoff möchte ihn neben seinem Haus errichten, doch er stößt dabei plötzlich auf bürokratische Hürden.

„Das kann nicht sein", sagt SPD-Fraktionschef Ludger Hovest und hat keinerlei Verständnis für die Bedenkenträger. Für ihn gibt es keine bessere Stelle als nahe der B 8 einen Wohnmobilstellplatz einzurichten. Außerdem sei mit Ullrich Langhoff der erste solide und heimatverbundene Betreiber gefunden worden. Es könne nicht sein, dass - wie bei der Lippefähre „Quertreiber" - um die 70 Genehmigungen eingeholt werden müssten. Wenn sich solch ein Verfahren über Jahre hinziehe, habe am Ende keiner mehr Lust, etwas umzusetzen.

Auch die FDP meldete sich zu dem Thema zu Wort. Fraktionsvorsitzender Friedrich Eifert bezeichnet es als unerträglich, dass positive Entwicklungen, die auch allseits begrüßt wurden, jetzt wieder ins Stocken geraten. Wohnmobilstellplätze seien auch ein Wirtschaftsfaktor. Deshalb wäre es hilfreich, wenn die Stadtverwaltung Lösungen aufzeigen würde, wie man doch zum Ziel komme. Das war gestern im Rat nicht der Fall, in dem Bürgermeisterin Ulrike Westkamp das Thema als letzten Tagesordnungspunkt zur Sprache brachte. Verärgert legte sie den Mitgliedern ein Schreiben des Kreises Wesel vor, in dem plötzlich von einem privilegierten Vorhaben im Außenbereich die Rede ist. Eine Realisierung sei nur dann eventuell möglich, wenn die Stadt einen Bebauungsplan aufstellt, den Flächennutzungsplan ändert, der RVR zustimmt und der Kreisausschuss ebenfalls. Das sei mit vielen Jahren Zeitverzug verbunden, wobei die Entscheidung am Ende offen ist.

Hovest forderte Westkamp auf, sich mit dem Landrat an einen Tisch zu setzen und für eine Lösung zu sorgen. Denn es werde die ganze Aue ausgekoffert, nichts sei mehr so, wie es war und nun werde mit dem Natur- und Artenschutz und der Hochwassersicherheit argumentiert. Auch Eifert reagierte ungehalten. Es sei eine Unverschämtheit, wie mit den Kommunen umgegangen und Wirtschaftsförderung behindert werde.

Das Thema Wohnmobilstellplatz beschäftigt die Kommunalpolitik seit Jahren. Ursprünglich sollte einer am Rheinbad oder am Auesee eingerichtet werden. Doch es kam nie dazu. P.H.

 

 

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