Gemeinsam für Wesel

Ludger Hovest nimmt Stellung zum Bericht der Bürgerinitiative Eden Rees

Er wisse zwar nicht, wie es um die Rekultivierung von Abgrabungen in Rees stehe, aber in Wesel erfolge sie vorbildlich

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender
Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

Vorbildliche Renaturierung für alle

Ludger Hovest (SPD) und Jörg Hüting (Firma Hülskens) reagieren auf die Vorwürfe der Bürgerinitiative Eden Rees

Petra Herzog

Wesel. Eine Einladung spricht SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest an Dr. Leo Rehm von der Bürgerinitiative Eden Rees aus. Er wisse zwar nicht, wie es um die Rekultivierung von Abgrabungen in Rees stehe, aber in Wesel erfolge sie vorbildlich, sagt Hovest. Mit ihren Ausführungen liege die Bürgerinitiative (die NRZ berichtete gestern/ s. Unten) völlig daneben und hundertprozentig falsch.

Ökologische Aufwertung: Als ein Beispiel nennt der Sozialdemokrat den Lippemündungsraum. Die Renaturierung sei vermutlich einmalig am gesamten Niederrhein. Hier habe es einen Vertrag zwischen allen Beteiligten gegeben, und zwar unter Einbeziehung der Naturschutzverbände. Oder das Beispiel Lipperandsee, den die Firma Rhein, Main, Kies, Splitt zurzeit auskiest. Hier entstehe in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station und den Naturschutzverbänden ein einzigartiges Biotop in der Lippeaue, wobei kein Baggerloch zurückbleibe. Und auch im Rahmen des Natur-Freizeit-Verbundes Niederrhein(NFN) erfolge eine Aufwertung der Flächen mit Nutzung der Seen für die Naherholung und wassernahen Radwege, damit die Menschen am Niederrhein und die, die ihn besuchen, auch etwas davon hätten. Hier sitze Rees übrigens mit im Boot.

Auch in Bislich-Vahnum werde eine ökologische Aufwertung erfolgen, zumal an dieser Stelle nur wertlose Maisfelder und ein paar Weideflächen existierten. Für die Festlegung der Auskiesungsflächen in Wesel hätten im Übrigen alle Fraktionen im Rat gestimmt.

Kritisch äußerte sich Hovest zudem zum Verhalten von Dieter Haller. Er sei bei der Fraktionssitzung gewesen, als es um das Thema Kies ging, habe sich aber nicht konstruktiv an der Diskussion beteiligt und stattdessen anschließend einen Leserbrief verfasst.

Auch Hülskens Geschäftsführer Jörg Hüting meldete sich nach den Äußerungen von Eden zu Wort; schließlich werde hier ein ganzer Industriezweig verunglimpft. Außerdem stimmten zahlreiche Angaben nicht. So sei es nicht richtig, dass die Kiesindustrie noch 30 Jahre arbeiten könne. Der Gebietsentwicklungsplan enthalte vor allem Flächen in ganz schwierigen Bereichen. Sicher gebe es auch in 30 Jahren noch Kieswerke, dann aber nicht mehr mit 320 Mitarbeitern, sondern mit drei.

Dass die Abgrabungen die Landwirtschaft verdrängten, stimme ebenfalls nicht. Viele landwirtschaftliche Flächen würden stillgelegt und es gebe mehr Großbetriebe als bislang. Außerdem behinderten auch ökologische Ausweisungen die Landwirtschaft. Hüting betonte, dass Kies und Sand Natur schaffen und nicht zerstören. Denn die ökologische Vielfalt auf den bisherigen Flächen sei nicht sehr groß. Mittlerweile liege ein Großteil der Naturschutzgebiete in ehemaligen Auskiesungen.

Unwahrheiten zum Kieseuro

Als lächerlich bezeichnete Hüting den von der Bürgerinitiative Eden genannten Export von Kies und Sand in arabische Länder. Das könne nur jemand behaupten, der keine Ahnung von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen habe. Vom Niederrhein aus würden Teile Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, von Rheinland-Pfalz und den Niederlanden beliefert. Unwahrheiten habe Dr. Rehm außerdem mit Blick auf seine Äußerungen zum Thema Kieseuro verbreitet. Die Einführung würde nicht dazu beitragen, dass mehr recycelt wird.

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

Kiesabbau

Illusion und Realität

Wesel. In einem offenen Brief an die SPD-Fraktion, die in der vergangenen Woche eine öffentliche Fraktionssitzung zum Thema Auskiesungen abgehalten hatte, appelliert die Bürgerinitiative Eden Rees zum Umdenken.   weiter...

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

12. Februar 2011

Kies-Gegner kritisieren SPD

Charme-Offensive der Auskieser bei der SPD lockt Kritiker hervor. Initiative Eden hält touristische
Folgenutzungen für „Luftschlösser". Ludger Hovest (SPD) widerspricht.
Und Auskieser Hülskens hat Vorzeigeprojekte zu bieten.

 

VON THOMAS HESSE

WESEL Nach dem Auftritt der Kies-Industrie in der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung (RP berichtete)
kritisieren Abgrabungsgegner aus Rees den distanzlosen Schulterschluss von Abgrabungsindustrie und
Weseler Sozialdemokraten. Die Nachbarn - organisiert in der Bürgerinitiative Eden - sehen ihre Belange
tangiert, weil Auskieser und SPD daran arbeiten, den Kraftwerksstandort Bislich-Vahnum zu streichen
- also Reeser Randgebiet. Erklärtes Ziel ist es, dortAuskiesung direkt am Rhein zuzulassen und auf Kosten
der Kiesindustrie, sprich der Weseler Traditionsfirma Hülskens, anschließend den neuen Deich an der
Kreisstraße bauen zu lassen. Die Kritik von Eden wurde prompt von SPD und Industrie gekontert.
Eden hat sich 2004 vor dem Hintergrund sich immer weiter ausdehnender Abgrabungen gegründet.

Sprecher Dr. Leo Rehm meint, dass das von beiden Seiten angeführte Arbeitsplatzargument „relativ"

zu sehen sei. Für 30 Jahre würden Abgrabungsflächen zur Verfügung stehen, mit deren Abbau würden
gleichzeitig landwirtschaftliche Jobs verschwinden. „Zukunftsorientierter wäre es für die Kiesindustrie,
sich der Herausforderung einer Umstrukturierung zu stellen" , sagte Rehm. Aber: die touristische Folgenutzung
sei Illusion. Es gebe genug negative Beispiele, etwa das geplazte Reeser „Ferienpark-Projekt Bad Himmelblau".
Eden-Urteil: „Alles Luftschlösser."

„Bevölkerung nicht gefragt"

In einem Brief an die SPD-Fraktion schreibt Rehm weiter, dass 80 Prozent des Kieses nach Holland gehen.
Der Holland-Export ist Kerngeschäft der Auskieser. Davon, dass „sogar in arabische Länder" geliefert werde,
war nie die Rede. Die Deichrückverlegung, die Retentionsfläche schaffen soll, bedeute „keinen wirksamen
Hochwasserschutz". Außerdem sei die Bevölkerung nicht befragt worden. Hülskens hatte bei der SPD aber auf

erfolgreiche Projekte hingewiesen, etwa die Lippemündung. Dort entsteht Naturvielfalt, viele Schutzgebiete im
Kreis Wesel liegen mittlerweile in ehemaligen Auskiesungen. Der Kritik der Bürgerinitiative widersprach

gestern Wesels SPD-Fraktionschef Ludger Hovest vehement. „Das läuft hier in Wesel ganz anders: Es gibt bei
uns einen parteiübergreifenden Konsens, die Rekultivierung ist landesweit vorbildlich." Er will sich mit den
Kritikern aus Rees/Haldern in Verbindung setzen und ihnen den Lippemündungsraum und den Lipperandsee an
der K 12 (Hovest: „Ein Konzept der BioStation") zeigen sowie über die Ziele des Natur- und Freizeitverbundes
informieren, bei dem Rees mit im Boot sitzt. 

INFO Interessenskonflikt?

Die Initiative Eden fordert für eine Deichverlegung in Bislich-Vahnum neutrale Planungsgutachten. Kritisch
müsse geprüft werden, ob sie „von Planungsbüros erstellt worden sind, die auch Auftragnehmer der
Kiesindustrie und des Deichverbandes sind".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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