Gemeinsam für Wesel

Jusos zu CDU- und FDP-Äußerungen zu Barley-Veranstaltung: „Mit jungen Menschen diskutieren statt Engagement herabwürdigen“

Die Jusos Wesel kritisieren die jüngsten Äußerungen der CDU und des FDP-Abgeordneten Reuther zur Teilnahme von Schülern an einem Auftritt der SPD-Europakandidatin Katarina Barley in Wesel scharf.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass junge Menschen und gerade Schüler sich immer mehr engagieren und sich für die Interessen ihrer Generation einsetzen“, erklärt der Juso-Vorsitzende Tim Brömmling. Dies sehe man etwa an der Bewegung „Fridays for Future“ und erlebe man auch regelmäßig bei eigenen Veranstaltungen der Jusos. Auch bei Katarina Barleys Auftritt in der Niederrheinhalle sei nun eine Vielzahl interessierter Schüler erschienen. „Wir haben uns sehr über die Gelegenheit gefreut, eine Spitzenpolitikern hautnah zu erleben und ihr kritische Fragen stellen zu können“, sagt Maksim Bondarenko, 16-jähriger Schüler und zugleich stellvertretender Juso-Vorsitzender. Schüler seien sehr wohl in der Lage, die Veranstaltung als Wahlkampfveranstaltung zu erkennen, daher sei die entsprechende Kritik von CDU und FDP „haltlos und deplatziert.“ Viele potenzielle Wähler für die Europawahl seien ohnehin nicht anzutreffen gewesen, weil CDU und FDP eine Herabsenkung des Wahlalters auf 16 seit Jahren blockieren würden.

Besonders zu verurteilen sei der persönliche Angriff auf Maksim Bondarenko aufgrund seines politischen Engagements. CDU und FDP hatten kritisiert, dass Bondarenko als SPD-Mitglied Fragen an Barley stellen durfte. Bondarenko hatte Barley nach ihrer Meinung zu einer Direktwahl des EU-Kommissionspräsidenten sowie zum Umgang mit Rechtspopulisten gefragt. „Wir sind stolz darauf, dass Maksim und eine Reihe weiterer Schüler bei uns aktiv sind. Sollen nun besonders engagierte Jugendliche bei einer politischen Veranstaltung keine Fragen mehr stellen dürfen, weil sie einer bestimmten Partei angehören?“, fährt Brömmling fort. „Es macht mich fassungslos, dass demokratische Parteien sich so äußern und poltisches Engagement herabwürdigen.“ Das Verhalten der lokalen CDU erinnere an das ihres Generalsekretärs Paul Ziemiak, der die ebenfalls 16-jährige Schülerin Greta Thunberg der „Fridays for Future“-Bewegung mit den Worten „arme Greta“ verspottet hatte. Anscheinend, so die SPD-Jugend, hätten CDU und FDP keine besseren Antworten auf die Anliegen junger Menschen zu bieten. „Diese Parteien versagen darin, Antworten auf Zukunftsthemen wie den Klimaschutz oder gute Perspektiven für Bildung und Ausbildung zu liefern. Man mag sich fast nicht wundern, dass sie die Teilnahme von Schülern an politischen Veranstaltungen nicht gern sehen“, ergänzt Maksim Bondarenko. Die beiden Sozialdemokraten schließen: „Wir laden CDU und FDP dazu ein, selbst Veranstaltungen zu organisieren, die jungen Menschen Raum zur Diskussion geben. Jede Veranstaltung dieser Art ist sehr zu begrüßen.“