Gemeinsam für Wesel

Breiter Protest gegen den Neubau der B8

Interessengemeinschaft hat schon mehr als 100 Mitglieder. SPD Wesel will Resolution des Rates.

RP-Pressebericht

Der Verein stand vor der Auflösung, das Vermögen sollte gemäß Satzung einem Umweltprojekt des Nabu zugutekommen. Doch nun ist die Interessengemeinschaft (IG) mit dem neuen Zusatz "gegen die B 8 n" wieder aktiv. Wurde Anfang der 80er Jahre gegen die Verlängerung der A 59 nach Wesel mobil gemacht, ist es jetzt der Protest gegen den Neubau der B 8 als Schnellstraße, so wie im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen.

Vorsitzender Gerd Drüten (Voerde), freut sich über Zulauf. Zuletzt gab es nach der SPD-Bürgerinformation im Lippeschlößchen einen sprunghaften Anstieg. Die IG hat sich mit einem dicken Papier an 45 Entscheidungsträger gewandt. Darin bezeichnen die Neubaugegner den Flächenverbrauch als überflüssig, so wie die geplante Schnellstraße selbst. Die Menschen in den Wohngebieten würden zusätzlichen Emissionen ausgesetzt, etwa Feinstaub und Lärm. Auch der weiter zunehmende Lkw-Verkehr würde an den Wohnhäusern vorbei geführt. Der Streckenverlauf durch unberührte Natur, Wasserschutzzonen und alte Obstwiesenbestände wird ebenfalls beklagt. Direkt betroffen sein würden neben der Mommniederung Landschaftsschutzgebiete und der Wohnungswald. Der Park von Schloss Voerde und Haus Wohnung würde durchschnitten. Und so lautet die Forderung der Gegner, das Neubauvorhaben nicht weiter zu verfolgen und die B 8 n aus der Planstufe "vordringlicher Bedarf" zu nehmen. Stattdessen macht sich die IG für den Ausbau der bestehenden Bundesstraße stark. Schließlich würde der Neubau 8970 Einwohner zusätzlich belasten, bei einer Entlastung von 5100 Menschen. Gefürchtet wird vor allem der weiter zunehmende Lkw-Verkehr, einer Prognose zufolge soll er bis 2025 um 221 Prozent ansteigen. Die IG verweist auf die Autobahnen, wo die Laster hingehörten. Laut Planung würde Emmelsum in der Mitte durchtrennt, es stünden Zwangsenteignungen an. Für den vierstreifigen Ausbau in Lippedorf mit Anbindung an die Südumgehung müssten viele Häuser abgerissen werden.

Die IG kündigte Aktionen für die Zeit nach den Ferien an. Parallel strebt die Weseler SPD für den 20. September eine Resolution des Stadtrates an, die an die Verkehrsminister in Land und Bund gehen soll. Fraktionschef Ludger Hovest will satt einer neuen Straße die Ertüchtigung der bestehenden: sechsspuriger Ausbau der A 3 mindestens bis Wesel, schneller Bau einer A 3-Ausfahrt Brünen und der B 58-Südumgehung, neue Lippebrücke an der Stelle der jetzigen. Mehr sei nicht nötig. Die K 12n sei eigens mit kommunalen Mitteln gebaut worden, um Delta-Port anzubinden. Gegebenenfalls sei auch die zu ertüchtigen, sagte Hovest gestern.

(P.H./fws)

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