Gemeinsam für Wesel

Stadtentwicklung und Wohnungswirtschaft bringen Wesel voran

Vorstand Bauverein zum demographischen Wandel

Eine angeregte Diskussion schloss sich an einen informativen Vortrag der Vorstandsvorsitzenden der Bauverein Wesel AG, Anett Leuchtmann, in der Gaststätte Endemann an. Eingeladen hatte Wolfgang Spychalski, Vorsitzender des SPD-Ortsvereines Wesel-Ost.

Die demographische Entwicklung ist gekennzeichnet durch eine abnehmende Bevölkerung bei gleichzeitig veränderter Struktur. Weniger Kinder und ein höheres Lebensalter der Menschen gehen auch in Wesel mit einer zunehmenden Pluralität der Lebensstile einher. Dies bedeutet für den Bauverein, dass zwar die Anzahl der Haushalte steigt, aber sie zugleich kleiner werden. Bei der Gestaltung der Wohnungen ist nicht Einheitlichkeit gefragt, sondern eine jeweils individuelle Lösung. „Schema F“ ist out.

Leuchtmann zeigte die Entwicklung der Stadt nach der völligen Zerstörung 1945 bis heute auf. Bis Mitte der 1960er Jahre ging es darum, überhaupt Wohnraum zu schaffen. Danach gab es eine Phase der Konsolidierung. Ab Mitte der 1990er Jahre mündete sie erstmalig in ein Überangebot und damit in Wohnungs-Leerstand in Wesel.  Durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, Abriss von Wohnraum, Neubau und Renovierung zog die Nachfrage deutlich an. Heute sind alle kleinen Wohnungen des Bauvereins belegt – es gibt sogar eine Warteliste.

Stadtentwicklung und Wohnungswirtschaft gehen in Wesel Hand in Hand. Rathaus und Bauverein stimmen die Entwicklungsschritte ab. Positive Ergebnisse sind z. B. deutlich ablesbar im Springendahl in der Feldmark oder im Zitadellenviertel. Auch im Schepersfeld sind mit der Wohnumfeld-Gestaltung in der Franziskusstraße, der Entfernung des Hochhauses am Quadenweg, dem Ausbau der Friedenstraße und der Entwicklung der Reitzenstein-Kaserne  große Fortschritte erzielt worden.

In der lebhaften Diskussion ging es um die Ortsteil-Entwicklung. Ulrike Westkamp zeigte den Wert des geförderten Wohnungsbaus auf. Sie unterstrich, dass dieser im Sinne einer guten Stadtentwicklung in allen Stadtteilen vorhanden sein müsse und es keine Konzentration in wenigen Bereichen  geben sollte.

Vorstand Anett Leuchtmann arbeitete die wesentlichen Herausforderungen für den Bauverein heraus:  Bezahlbarer Wohnraum,  barrierefreie, barrierearme und behindertengerechte Wohnungen, Schaffung von Grün- und Freiflächen sowie Energieeffizienz. Um die Bedürfnisse der Menschen noch passgenauer befriedigen zu können, plant der Bauverein eine dritte Mieterbefragung. Wurden in den ersten Umfragen Mieter des Bauvereins befragt, so sollen nun darüber hinaus Nichtmieter nach ihren Wünschen gefragt werden – auch, um diese für den Bauverein als Mieter zu interessieren.

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