Gemeinsam für Wesel

„Die sind herzig", dachte Meesters

Kommt der Spar-Effekt vor Ort an, kritisieren CDU und FDP, dass der Rotstift angesetzt wird."

Norbert Meesters, MDL
Norbert Meesters, MDL

Norbert Meesters, MDL

von Thomas Hesse

WESEL Nach drei Plenartagen kam SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meester in heimische Gefilde, schlug die RP auf - und sah Kritik der CDU an der Hochschulpolitik. Die hatte nachgefragt, ob die Sparpolitik des Landes auch die Hochschul-Pläne für Wesel beeinträchtigt. „Die sind herzig", dachte Meesters - und holte zur Gegenargumentation aus. Die bezieht sich auf die Finanzen und zwei Seiten einer Medaille. Denn: „Auf Landesebene sind CDU und FDP Verursacher weiterer Sparbemühungen des Landes. Kommt der Effekt vor Ort an, kritisieren sie, dass der Rotstift angesetzt wird." Er nennt als Beispiele die Finanzprobleme des Preußen-Museums und die Hochschul-Anfrage der CDU.

Streitthema Studiengebühren

Meesters sagte, dass er in Sachen Hochschul-Standort „keine Legendenbildung" zulasse. Gründungsprofessorin Marie-Luise Klotz habe genug zu tun, die Haupt-Standorte Kleve und Kamp-Lintfort zu verwirklichen. Er sieht die Chefin kritisch wegen ihrer „fast politischen Anmerkungen zur Streichung der Studiengebühren". Das sei nicht, zumal das Land den Hochschulen Ausgleich zahle. Zum Preußen-Museum: „Wenn das Land den Rotstift ansetzt, trifft das auch Finanzen der Museen." Hintergrund ist die missratene Anlage des Stiftungsvermögens, das weniger Geld bringt als erwartet. 200 000 Euro der jährlichen Betriebskosten für die Museumsstandorte Wesel und Minden fehlen. Die alte Landesregierung hatte Ausgleich über den Landschaftsverband zugesagt, der gleichzeitig ein Zukunftskonzept entwickeln soll. Doch der zuständige NRW-Minister Harry Voigtsberger stoppte den Geldfluss, weil der Finanzminister keine neuen Ausgaben genehmigen darf. Genösse Meesters: „Die CDU-Minister Wittke und Lienenkämper haben Zusagen gemacht, ohne Geld bereitzustellen. Jetzt müssen wir das nachholen."

Damit tun sich Land und SPD-Abgeordneter, der auch im Stiftungsrat sitzt, schwer. Am Donnerstag war Meesters bei Voigtsberger, seitdem hat der Weseler „berechtigte Hoffnungen". Doch die Hängepartie in Sachen Finanzen ist nicht beendet. Denn von besagtem Spitzengespräch mit dem Minister brachte Museumsdirektor Dr. Veit Veltzke die Kunde, dass dies „ohne konkrete Ergebnisse" geblieben sei. Der Minister wolle die Machbarkeitsstudie für beide Museumsstandorte und für die Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußen-Museum abwarten. Die wird im März in den Kulturausschüssen der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe vorgestellt.

Meesters, Vorsitzender des Kulturausschusses, träumt öffentlich vom guten Ausgang: „Ein passgenaues Konzept für ein Regional-oder Niederrhein-Museum mit Stadtgeschichte - das war's!"

 

 


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