Gemeinsam für Wesel

Visionen am Großen Markt

Die Initiative zu solchen Vorhaben müsste von privaten Investoren und Eigentümern kommen

Karheinz Hasibether

Wesel

Schafaff-Vision von einer Galerie am Dom

Schon in der Vergangenheit hat Ex-FDP-Bürgermeisterkandidat Marcus Schafaff mit ungewöhnlichen und teilweise provokanten Stadtentwicklungs-Ideen ("Markthalle auf dem Großem Markt") für Diskussionsstoff gesorgt. VON KLAUS NIKOLEI  mehr 

 

Karheinz Hasibether
Karheinz Hasibether

 

zu dem Artikel in der RP vom 16.02.2011 "Schafaff-Vision von einer Galerie am Dom": schreibt Karlheinz Hasibether, Techn. Beigeordneter a.D. und Mitglied des Rates der Stadt Wesel

Visionen am Großen Markt

Herrn Schafaffs Ideen in Ehren, aber die Idee ist nicht neu und zwischenzeitlich überholt. Bereits in den 90er Jahren ist versucht worden in Gesprächen mit den Eigentümern und Investoren von Einkaufszentren eine solche Vorstellung an der Nordzeile des Großen Marktes umzusetzen. Das ist gescheitert, weil damals (wie heute) keine Einigung mit den Grundstückseignern zu erzielen war. Auch der große Einkaufszentren-Entwickler ECE wollte keine „Lage“ an dieser Stelle machen.

Die Initiative zu solchen Vorhaben müsste von privaten Investoren und Eigentümern kommen, die selbstverständlich von der Stadt unterstützt würden. Herr Schafaff hätte ja die Möglichkeit gehabt zu beweisen, ob er seine Visionen in die Tat umsetzen kann. Er hat aber zurückgezogen.

Außerdem ist zu bedenken, dass solche Großprojekte immer negative Auswirkungen auf die vorhandene Geschäftsstruktur haben. Siehe Bocholt, wo mit den Arkaden erhebliche Auswirkungen bis hin zu Schließungen verbunden waren. Auch in anderen Städten haben solche Projekte eine Verödung des Einzelhandels an anderen Stellen der Geschäftszentren verursacht. Auch die Passsagenprojekte Dudel und Apollo haben gezeigt, wie schwierig es ist diese auf Dauer am Leben zu erhalten. Weitere solche Projekte würden erst recht die Bemühungen, diese wieder mit Leben zu erfüllen, vereiteln.

Was notwendig ist, ist eine Ergänzung des Einzelhandels mit einem attraktiven Supermarkt im Bereich rund um den Großen Markt. Das können aber keine Großprojekte sein. Diese stehen im Widerspruch zu der kleinteiligen Struktur im historischen Kern der Stadt. Besser wäre es, es gelänge eine Zusammenfassung vorhandener Geschäftsflächen durch Zusammenlegung kleinerer Verkaufsflächen und rückwärtige Erweiterungen im Bereich der Arkade der Nordzeile am Großen Markt.  

Damit könnte eine Initialzündung für eine weitere Aufwertung in diesem Bereich erzielt werden.

Mit freundlichen Grüßen


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