Gemeinsam für Wesel

Einspruch gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele

Wir erwarten daher auch von den Niederlanden Atomkraftwerke abzuschalten und erst recht keine neuen Atomkraftwerke zu bauen

Mit Vorlagen für Mustereinsprüche zum Ausdrucken im PDF-Format

Hanne Eckhardt  stellvertr. Fraktionsvorsitzende
Hanne Eckhardt stellvertr. Fraktionsvorsitzende

Hanne Eckhardt  stellvertr. Fraktionsvorsitzende

Vorlagen für Mustereinsprüche:

Borssele_-_Einspruch_1._2012 (13 kByte)
Mustereinspruch_gegen_AKW_Borssele_in_NL (15 kByte)
Mustereinspruch_gegen_AKW_Borssele,_R.Scholz (15 kByte)

 

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wesel
Rathaus, Zi. 102, 46487 Wesel

Tel.: 0281/203-2202 – Fax 0281/203-2339
E-Mail: SPD-Fraktion@wesel.de 10.01.2012

 

Bureau Energieprojecten

Inspraakpunt Tweede kerncentrale Borssele

Postbus 223

NL - 2250 AE Voorschoten

 

Atomkraftwerk Borssele

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erheben wir Einspruch gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele. Wegen der generellen Unverträglichkeit mit der Umwelt und des Verstoßes gegen unser Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2,2 GG) darf das Vorhaben nicht realisiert werden.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich in einem parteiübergreifenden Konsens entschieden, aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Auch Belgien und die Schweiz werden die Nutzung der Atomkraft beenden. Andere Staaten wie Italien wollen gar nicht in die Nutzung der Atomkraft einsteigen oder haben zumindest keine Ausbaupläne.

Wir erwarten daher auch von den Niederlanden Atomkraftwerke abzuschalten und erst recht keine neuen Atomkraftwerke zu bauen. Die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die Atomkraft eine nicht verantwortbare Technologie ist. Hinzu kommt die weltweit nach wie vor ungelöste Endlagerfrage. Wir hinterlassen in einer historisch betrachtet sehr kurzen Phase der Atomkraftnutzung unseren Nachkommen für Tausende Generationen hochradioaktiven Müll mit all seinen Problemen und Risiken.

Zur Begründung:

• Radioaktive Stoffe können von Borssele im Falle eines Störfalls über den Luftweg bis nach Nordrhein-Westfalen - und damit auch nach Wesel, rund 170km von Borssele entfernt – in die Atemluft sowie in die Nahrung einer Bevölkerung von etwa 18 Millionen Menschen gelangen.

• Das AKW Borssele 2 würde eine zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen nähme zu.

• Bereits im so genannten Normalbetrieb des AKW Borssele 2 würde Radioaktivität frei. In Deutschland dokumentierte 2007 eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vermehrt Leukämiefälle bei Kleinkindern in AKW-Nähe. Die Ergebnisse der Studie müssen im Zusammenhang mit dem geplanten AKW Borssele 2 berücksichtigt werden.

• Bau und Betrieb des AKW Borssele 2 würden den lebensfeindlichen Uranabbau vermehren.

• Der Standort von Borssele 2 direkt an der Küste auf Höhe des Meeresspiegels ist hochrisikoreich, wie die Katastrophe von Fukushima vor Augen führt. Wahrscheinlich weniger ein Tsunami, dafür aber die Gefahr schwerer Sturmfluten, wie es sie an der Nordseeküste immer wieder gegeben hat, bedrohen die Sicherheit eines Atomkraftwerks. Mit einem durch den Klimawandel ansteigenden Meeresspiegel und zunehmenden Extremwetterlagen erhöht sich diese Gefahr noch weiter. Dass technische Sicherheitsvorrichtungen selbst in einer hochentwickelten Industrienation wie Japan am Ende immer begrenzt sind, zeigt Fukushima.

• Atomenergie ist kein Beitrag zur Bekämpfung der sich abzeichnenden Klimakatastrophe. Im Gegenteil: Die Uranvorräte sind von geringer Reichweite, der Bau neuer Atomkraftwerken blockiert eine zukunftsfähige und sichere Energieversorgung und generiert unabsehbare Ewigkeitsschäden.

• Wir befürchten die Verseuchung und Verstrahlung durch Leckagen, Störfälle und Erdbeben.

• Radioaktivität (Strahlung / Partikel) und z. B. tritiumhaltige Abwässer aus Borssele gefährden vor Ort und entfernt die Landwirtschaft und das Grund- und Trinkwasser.

• Eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Borssele kann grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Atomspionage.

• Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für Atommüll. Die schlechten Erfahrungen der Endlagerprojekte Asse und Gorleben sind zu berücksichtigen.

Wir behalten uns vor, diesen Einspruch näher zu erläutern und zu ergänzen und beantragen kostenlos und laufend persönlich über den Stand des Verfahrens informiert zu werden. Darüber hinaus bitten wir um die Bestätigung des Eingangs dieses Schreibens.

Mit freundlichen Grüßen

Hanne Eckhardt

stellvertr. Fraktionsvorsitzende

 

 

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