Gemeinsam für Wesel

Die Auskiesung "Lipperandsee", ein Vorzeigeobjekt der Kiesindustrie

Am Ende werden 110 Hektar "Natur aus zweiter Hand" sein, so Ludger Hovest

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender
Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

SPD-Lob für ein vorbildliches Projekt

Fraktion besuchte die Auskiesung Lipperandsee im Süden Wesels und ließ sich erste Renaturierungsmaßnahmen zeigen

Margret Brüring

Wesel. Dass aktive Industriepolitik nicht dem Naturschutz entgegenstehen muss, zeigt sich für die SPD-Ratsfraktion am Beispiel des Lipperandsees. Das betonten Vorsitzender Ludger Hovest und die Teilnehmer der öffentlichen Fraktionssitzung, die auf dem Gelände des Auskiesungsunternehmens Rhein, Main, Kies und Splitt (RMKS) am südlichen Stadtrand Wesels stattfand.

Bei einer Rundfahrt ließen sich die Sozialdemokraten von RMKS-Geschäftsführer Dr. Gerd Hagenguth den aktuellen Stand der Arbeiten ausführlich erläutern.

Verlässliche Zusagen

Dabei gestand der Fraktionsvorsitzende ein, dass es bei der Vorstellung der Planung für die Auskiesung Lipperandsee durchaus Kritik gegenüber dem Projekt gegeben habe. Aber aus der kritischen Haltung sei eine Partnerschaft geworden, betonte Ludger Hovest. Mehr noch: Er forderte, dass Retentionsflächen, wie sie nun durch das Projekt an der Lippe geschaffen werden (vorgesehen ist ein Volumen von 800 000 Kubikmeter), entlang des Rheins erfolgen müssten. Ein solch positives Beispiel könnte auch in Bislich mit der Rückverlegung des Deiches bis an die Kreisstraße 17 realisiert werden, erklärte der Fraktionsvorsitzende, der in diesem Zusammenhang einen möglichen Vetrag mit den Niederlanden ansprach.

Lob für RMKS gab es auch von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die berichtete, dass das Unternehmen die Zusagen, die gegenüber der Stadt gemacht worden seien, eingehalten habe.

Bevor er den SPD-Gästen den aktuellen Stand der Auskiesung erläuterte, erinnerte RMKS-Geschäftsführer Hagenguth an die Anfänge des Auskiesungsprojektes im Oktober 1996 und bestätigte, dass vor elf Jahren sehr kontrovers über das Vorhaben diskutiert worden sei.

Es habe viele intensive Gespräche mit Behörden, aber auch mit Betroffenen gegeben. Dies lohne sich für ein gutes Konzept. Dass das Unternehmen eng mit der Biologischen Station des Kreises zusammenarbeite und dass ein großer Teil der Flächen an die Biostation als Vertragspartner übertragen werde, betonte Hagenguth mehrfach. So würden schon in ein bis zwei Jahren zehn Hektar der Fläche endgültig den Besitzer wechseln. „In gut 25 Jahren gehen dann 110 Hektar an die Biologische Station als Eigentümer", rechnete er vor.

Das Projekt sei bewusst auf 30 Jahre angelegt, der Kiesabbau auf 400 000 Jahrestonnen gedeckelt worden, erfuhren die Zuhörer weiter.

Im weiteren Verlauf der Fraktionssitzung konnten sich die Besucher den Stand der Auskiesungsarbeiten und die bereits vorgenommene Renaturierung anschauen. Unterwegs im Gelände schilderte der Geschäftsführer noch einmal den Aspekt des Hochwasserschutzes. Es sei vorgesehen, dass an zwei Stellen ein Überlauf in den See erfolge. Auf der gesamten Länge der Lippe würden zwei Dutzend solcher Projekte ein gesamtes Retentionsvolumen von fünf bis sechs Millionen Kubikmeter erbringen, beschrieb Hagenguth die Wirkung.

ÜBERWACHUNG Schutz vor Schäden

Eine Freizeitnutzung für den Lipperandsee ist nicht vorgesehen. Die Böschungen der Abgrabung werden so steil, dass eine Benutzung als Badestrand ausgeschlossen wird, berichtete RMKS-Geschäftsführer Hagenguth. Der entlang der Kreisstraße bereits angelegte Wall verhindere allerdings den Einblick ins Gelände, so dass man große Probleme mit Vandalismus habe. Deshalb seien nun Videokameras installiert worden.

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

Wesel

Lipperandsee auf Weg zu Natur

Dr. Gerd Hagenguth (RMKS) zeigt aufs  Westende des Lipperandsees (Höhe Auto Wellmann). Dort ist nach einer  Anpflanzung von etwas Schilf die Natur bereits dabei, sich wieder  auszubreiten.  rp-foto:: ekkehart malz

Noch gut 25 Jahre will die Firma RMKS entlang der Neuen Hünxer Straße (K 12n) Kies gewinnen. Die Weseler SPD sah sich an, wie hinterm Schutzwall die Entwicklung Richtung Naturschutzgebiet für die Biostation eingeleitet ist. VON FRITZ SCHUBERT  mehr 

 

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