Gemeinsam für Wesel

Peter Tebbe im Gespräch mit der RP

"Jüngere müssen ran"

Peter Tebbe
Peter Tebbe

WESEL (kwn) Donnerstag, 31. März, 19 Uhr, wird Peter Tebbe während der Jahreshauptversammlung der SPD Wesel-Ost in der Schepersfelder Gaststätte Endemann sein Amt als langjähriger Vorsitzender abgeben.
Als Nachfolger steht Ratsmitglied Wolfgang Spychalski bereit. Über die Gründe seines Abschieds, über den Verlust von Macht und das Abschneiden der SPD bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei mit dem 67-jährigen Ratsmitglied.

Ist die Entscheidung, den Vorsitz an einen Jüngeren abzugeben, spontan gefallen?

Tebbe Nein, das begann schon im Sommer vergangenen Jahres. Ein Grund ist: Ich habe privat einen Wohnwagen. Und wenn das Wetter so schön ist wie jetzt, dann würde ich gerne mit meiner Frau spontan verreisen. Doch das geht nicht. Da müssen Telefonate geführt und Mails verschickt, Vorbereitungen für Mitgliederversammlungen getroffen werden. Da kann man nicht einfach losdüsen, wenn man will. Der Hauptgrund ist aber: Es muss ein politischer Wechsel her. Man kann nicht immer sagen, dass die Jüngeren etwas machen sollen und die Älteren kleben an ihren Posten. Das frustriert den Nachwuchs. Manche merken einfach nicht, wann es Zeit ist aufzuhören - bis sie vom Hof gejagt werden.

An wen denken Sie da?

Tebbe Namen nenne ich nicht.

Ihr Nachfolger ist schon ausgeguckt.

Tebbe
Ich bin froh, dass Wblfgang Spychalski das Amt übernehmen will. Ich denke, 15 Jahre machen schon was aus. Ich merke nämlich, dass man mit zunehmendem Alter eine eingefahrene Meinung zu vielen Dingen hat.

Ziehen Sie sich ganz aus der Politik zurück?

Tebbe Nein, dem Rat bleibe ich bis 2014 erhalten. Dann werde ich aber nicht mehr kandidieren. Wie alt soll ich denn noch werden, um meinen Hobbys nachzugehen und um mich mehr um meine Familie und die fünf Enkel zu kümmern?

Viele Politiker kleben an ihren Posten, weil sie den Machtverlust fürchten.

Tebbe Ich persönlich kann damit gut leben. Ich war 13 Jahre lang Betriebsratsvorsitzender bei Siemens und auch in der IG Metall stark engagiert. Als Siemens den Standort Wesel aufgegeben hat, habe ich wenig später auch die Ämter bei der Gewerkschaft niedergelegt, bin aber nach wie vor Mitglied. Nach kurzer Zeit habe ich mich aber an die neue Situation gewöhnt.

Als Vorsitzender des ASG-Betriebsausschusses hatten Sie sich 2010 als Einziger gegen ihren mächtigen Fraktionschef Ludger Hovest gestellt, der den ASG auflösen wollte. Das hat Ihnen Sympathien eingebracht.

Tebbe Ich bin überzeugt, dass ich richtig gehandelt habe. Denn ich habe meine eigene Meinung vertreten, die auch in der Bevölkerung vorherrschte.

Ein Wort zu den beiden Landtagswahlen, bei denen die SPD Stimmenverluste hinnehmen musste.

Tebbe Das Ergebnis aus Rheinland-Pfalz hat mich schon sehr enttäuscht. Alles wurde überlagert vom Thema Energiepolitik. Da haben die Grünen gepunktet. Froh bin ich natürlich, dass Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg abgewählt wurde. Mit dem SPD-Ergebnis dort kann ich leben.

 

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