Gemeinsam für Wesel

Probebohrungen auf der Suche nach Erdgas

Ludger Hovest „Es darf in Wesel unter gar keinen Umständen zu solchen Probebohrungen kommen",

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender
Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

Trinkwasser darf nicht gefährdet werden

SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest ist strikt gegen Probebohrungen mit Hilft von Chemie auf der Suche nach Erdgas und sucht Verbündete

Petra Herzog

Wesel. „Gift für das Trinkwasser" titelte die NRZ gestern auf ihrer Wirtschaftsseite und sprach damit ein Thema an, das viele Menschen bewegt. Es geht um das so genannte Fracking-Verfahren, bei dem mittels Chemikalien Erdgas aus Gesteinsschichten gewonnen werden soll. Dazu sollen Probebohrungen erfolgen.

Uraltes Bergrecht

Auch in Nordrhein-Westfalen liegen zahlreiche Anträge vor, viele Erprobungsflächen sind bereits genehmigt. Damit dies in Wesel nicht passiert, möchte SPD-Fraktionschef Ludger Hovest so schnell wie möglich mit Stadtwerke-Geschäftsführer Franz Michelbrink sprechen. „Es darf in Wesel unter gar keinen Umständen zu solchen Probebohrungen kommen", sagt er. „Die Gefährdung unseres guten Trinkwassers darf nicht passieren."

Dazu möchte Hovest auch die benachbarten Wasserwerke Wittenhorst mit ins Boot holen, die Gelsenwasser AG, die zu 20 Prozent an den Stadtwerken beteiligt ist, sowieso. Am besten wäre es laut Hovest, eine Allianz aller Stadt-und Wasserwerke in NRW zu gründen.

Außerdem soll daran gearbeitet werden, „das Bergrecht zu kippen". Es stamme nämlich noch aus Kaiser Wilhelms Zeiten und sehe weder die sonst heute überall übliche Umweltverträglichkeitsprüfung noch eine Bürgerbeteiligung vor. Der Einsatz von Chemikalien bei der Sprengung von Gesteinsschichten und eine damit verbundene Verseuchung des Trinkwassers sei deshalb gar kein Problem. In den USA habe man damit bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt und rücksichtslos agiert, bis das Trinkwasser vergiftet gewesen sei.

Meesters einschalten

Die vorgesehene Dichtheitsprüfung der Hausanschlüsse, die Eigentümer vornehmen lassen sollen, und ausgewiesene Wasserschutzzonen stünden in einem krassen Gegensatz zu dem, was geplant sei. Hovest möchte bei diesem Thema auch seinen Parteikollegen, den Weseler Landtagsabgeordneten Norbert Meesters, einschalten, damit sich in der Landeshauptstadt Düsseldorf etwas bewegt.

 

Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender

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