Gemeinsam für Wesel

Die Stadt Wesel muss wohl nicht auf die Anmietung des Max-Bahr-Gebäude zurückgreifen

"Wir wollen keinen vertraglichen Schnellschuss, mit dem Hunderttausende Euro gebunden werden, die wir besser für die Integration, Sprachkurse und andere Hilfen einsetzen können" sagte Ludger Hovest

RP Wesel: 09.03.2016

Flüchtlinge: SPD rät zur Vorsicht bei Baumarkt-Plan


Wesel. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der europäischen Flüchtlingspolitik warnt die Weseler SPD vor teuren Bindungen wegen des Baumarkt-Plans (RP berichtete). Wie Vorsitzender Ludger Hovest nach der Fraktionssitzung mitteilte, an der auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Beigeordneter Daniel Kunstleben teilgenommen hatten, soll die Verwaltung vorsichtig sein.

Wie berichtet, ist der ehemalige Praktiker- beziehungsweise Max-Bahr-Baumarkt an der Nordstraße für den Fall als Übergangs-Unterkunft vorgesehen, dass Wesel wieder viele Flüchtlinge auf einen Schlag aufnehmen müsste. Vorrangiges Ziel der Stadt bleibt die rasche Verteilung der Menschen auf dezentrale Unterkünfte, sprich Wohnungen. Davon stehen Hunderte im Stadtgebiet zur Verfügung. Sollte sich nun, so Hovest weiter, eine weitere Entspannung einstellen, die Gefahr einer Massenzuweisung weiter sinken und sich zudem eine gewisse Vorlaufzeit ergeben, dann könne die Stadt auch mit der Obdachlosenunterkunft an der Fluthgrafstraße auskommen. "Wir wollen keinen vertraglichen Schnellschuss, mit dem Hunderttausende Euro gebunden werden, die wir besser für die Integration, Sprachkurse und andere Hilfen einsetzen können", sagte Hovest. Er rät zum Abwarten und gegebenenfalls zu Kooperation mit Nachbarn wie Voerde, wo im Ernstfall Plätze in einer Baumarkt-Unterkunft mitbelegt werden könnten. Zudem werde das Land aufgefordert von "überfallartigen Zuweisungen" künftig abzusehen.

(fws)

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