Gemeinsam für Wesel

Unterbringung von Flüchtlingen

Sehr geehrte Frau Weiss, sehr geehrter Herr Dr. Krüger, wir bitten Sie, sich intensiv mit den von uns angesprochenen Themen zu beschäftigen und uns mitzuteilen, wie Ihr Beitrag zur Lösung des Problems aussieht

Lokalkompass

Deutscher Bundestag Dr. Hans-Ulrich Krüger
Platz der Republik 1
11 011 Berlin
 

Sehr geehrte Frau Weiss,
sehr geehrter Herr Dr. Krüger,


Wesel – Vesalia Hospitalis – ist auch in der Bewältigung des Flüchtlingsdramas für uns in Wesel eine Verpflichtung.

Bürger, Bürgerinitiativen, Verwaltung und Politik ziehen gemeinsam kräftig an einem Strang, um den Menschen in Not zu helfen. Auch viele Firmen helfen mit.

Wenn in den nächsten Tagen der Bundesinnenminister neue Schätzzahlen über die Flüchtlinge veröffentlicht, zeichnet sich ab, dass weitere Belastungen auf die Kommunen zukommen. Es ist auch eine Lebenslüge, wenn immer wieder behauptet wird, die Zahl der Flüchtlinge kann man über ein zu zahlendes Taschengeld oder andere Leistungen regulieren.

Noch können und wollen wir das in Wesel, im Sinne der Humanität und Menschenwürde, lösen. Aber auch in Wesel kommen wir an unsere Grenzen. Es ist keine Lösung auf Zeit Menschen in Behelfsunterkünften, Industriehallen, Turnhallen, Zeltstätten, usw. unterzubringen. Mit Verwunderung müssen wir in Wesel feststellen, dass der Bund sich mit den Einrichtungen, auf die er Einfluss hat, nicht beteiligt und sich der Verantwortung entzieht.

Zwei Beispiele:
1. Das THW hat geeignete Räume im Bereich der Kanonenberge in Wesel, wo vor Jahren schon einmal Menschen in Not untergebracht wurden. Eine Anfrage der Stadt Wesel beim THW-NRW, mit der Bitte um Hilfe bei der Unterbringung wurde mit dem Hinweis „Es gibt eine Weisung die uns die Unterbringung verbietet“; abgelehnt.

2. Die Kaserne in Wesel hat sehr große freie Raumkapazitäten. Auch hier ist eine Unterbringung unter menschenwürdigen Verhältnissen leicht zu organisieren, insbesondere im Hinblick auf die kommende kalte Jahreszeit.
Auch dieses wurde abgelehnt, mit dem Hinweis, wir sind eine NATO Kaserne und unterliegen hohen Sicherheitsauflagen. Diese Einlassung ist unglaublich!
Unsere Soldaten können die Sicherheit nicht gewährleisten?

Leider führt die große Politik unserer Freunde in der NATO, hier insbesondere der Amerikaner und Engländer dazu, dass im arabischen Raum zwar Regime gestürzt und zerbombt werden, wie in Libyen, die Menschen dann aber dort vor Ort mit dem Terror alleine gelassen werden.

Wenn wir täglich die nachfolgenden Auswirkungen sehen, wie tausende Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer bei der Überfahrt nach Italien gerettet werden müssen oder ertrinken, ist das eine Schande für das zivilisierte Europa.

Sehr geehrte Frau Weiss,
sehr geehrter Herr Dr. Krüger,
wir bitten Sie, sich intensiv mit den von uns angesprochenen Themen zu beschäftigen und uns mitzuteilen, wie Ihr Beitrag zur Lösung des Problems aussieht.


Mit freundlichen Grüßen

Ludger Hovest
Fraktionsvorsitzender

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