Gemeinsam für Wesel

Hitzige Debatte um Mängel in der Rundsporthalle

Die Sache war symptomatisch für die Debatte um den städtischen Haushalt

Pressebericht

NRZ 10.12.2014

Wesel. Muss die Rundsporthalle sofort geschlossen werden? Der TÜV hat Defizite in Sachen Brandschutz festgestellt und der Stadtkämmerer zur „zügigen“ Beseitigung 150 000 Euro veranschlagt, was den SPD-Fraktionsvorsitzenden Ludger Hovest während der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu dieser Frage veranlasste. Kämmerer Paul-Georg Fritz gab Entwarnung: Die Stahlträger der Halle sind gegen Hitze nicht so isoliert wie vorgeschrieben, und eine Notstiege zum Dachraum muss durch eine Stahltreppe ersetzt werden. Abhilfe wird in aller Ruhe geschaffen, in kostenmäßig spitz zu berechnenden Schritten.

Die Sache war symptomatisch für die Debatte zum städtischen Haushalt, um den es ging. Hovest polterte gegen Summen, die nun plötzlich auftauchten, obwohl SPD und CDU doch von allen Fachbereichen im Rathaus das Einfrieren ihrer Budgets gefordert hätten.Ulrich Gorris (Grüne) zeigte dem gegenüber Verständnis dafür, dass im täglich weiter laufenden Geschäft der Verwaltung nun mal solche Befunde wie für die Halle auftauchen könnten. Und der Kämmerer wies nach, dass die Sache für die Politik so überraschend nicht kam, nachdem in der Vorlage für den Fachausschuss darauf hingewiesen wurde - was Hovest übersah.

Der hatte indes einen weiteren Pfeil im Köcher - für Peter Bootz, Prokurist der Stadtwerke. Eine Reihe von im Haushaltsplan enthaltenen Kanalbau-Maßnahmen bezog sich auf ein Abwasserbeseitigungskonzept, „das es gar nicht gibt“, wie Hovest feststellte. Das alte Konzept sei ausgelaufen, ein neues aber nicht aufgestellt und nicht den Politikern vorgelegt worden. Bootz habe wissen müssen, dass dies ein Jahr brauche. Nun einfach in Absprache mit der Verwaltung Vorhaben vorzulegen, sei „an Unseriosität nicht mehr zu toppen“. Ursprünglich als dringend bezeichnete Maßnahmen würden kurzerhand von einer Straßenbaumaßnahme abhängig gemacht und hinausgeschoben. Jürgen Linz (CDU) schloss sich ihm an.

Unbeirrt ging die Bürgermeisterin die geplanten Abwassermaßnahmen durch. Der dringenden Kanalsanierung in der Rheinstraße (160 000 Euro) stimmte auch die SPD zu. Auf der ­Abelstraße wird der Kanal wegen möglicher Erschütterungsprobleme bei der Keramag zunächst nur bis zum Bahnübergang gebaut. Der Franziska-Anneke-Weg mit seinen Regen-Problemen bleibt solange außen vor.

 

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