Gemeinsam für Wesel

Fraktionschef Ludger Hovest bezieht klare Stellung zum Weseler Innenstadtkonzept

" Die Stärke Wesels sei eine intakte Innenstadt. Und die lasse er sich nicht durch "kapitalistisches Gewinnstreben" kaputtmachen

 

 

SPD: "Wir lassen uns City nicht kaputtmachen"
Fraktionschef Ludger Hovest hat wenig Verständnis für Kritiker des Weseler Innenstadtkonzeptes. Von Klaus Nikolei

Dass sich hinter vorgehaltener Hand Unternehmer und Kenner der Weseler Wirtschaft äußerst kritisch über das Einzelhandelskonzept äußern (RP berichtete), kann SPD-Fraktionschef Ludger Hovest nicht verstehen. "Für ein solches Vorgehen habe kein Verständnis. Dann sollen sie doch öffentlich Ross und Reiter nennen, so dass man über das Thema reden kann", meint Hovest. Schließlich sei das Einzelhandelskonzept, das bekanntlich die Geschäfte in der Innenstadt vor Konkurrenz auf der grünen Wiese schützen soll, "kein starres Gebilde, sondern kommt alle paar Jahre auf den Prüfstand".

Hovest hat gestern aufmerksam das RP-Interview mit Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband gelesen und vertritt ebenfalls die Auffassung, "dass an dem Konzept nicht gerüttelt werden darf." Die Stärke Wesels sei eine intakte Innenstadt. Und die lasse er sich nicht durch "kapitalistisches Gewinnstreben" kaputtmachen.

Im RP-Gespräch gibt Ludger Hovest durchaus zu, dass es vor allem im Bereich Viehtor einige Leerstände gibt. "Doch mit dem Einzelhandelskonzept hat das nichts zu tun. Vielleicht sind die Besitzer die Bremse. Sie tragen Verantwortung und sollten überlegen, ob sie nicht womöglich mit ihren Mietforderungen runtergehen sollten, so dass fleißige Gewerbetreibende eine Möglichkeit haben, ein paar Euro zu verdienen."

Angesprochen auf die Dauerleerstände C + C Schaper (Ex-Selgros, Oberndorfstraße) und Max-Bahr-Baumarkt und den angekündigten Abzug des Getränkegroßhandels Stams (beide Nordstraße) sagte Hovest, dass an diese Stellen "niemand hinkommt, der die Innenstadt kaputtmacht." Was aber tun? Hovest hat eine Idee. Doch um diese zu verwirklichen, müssten die Eigentümer der Max-Bahr- und der Stams-Immobilien zu einer Zusammenarbeit bereit sein. "Vielleicht können beide Flächen zusammen an sechs oder sieben Gewerbetreibende vermarktet werden. Direkt dahinter befinden sind die Stadtwerke und einige Firmen an der Mercatorstraße. Das würde doch alles prima passen", ist Hovest überzeugt. Für ansiedlungswillige Filialisten, die die Innenstadt schwächen könnten, sei der Bereich aber auf jeden Fall tabu.

 

 

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