Gemeinsam für Wesel

Barrierefreie Wohnungen sind in Wesel sehr begehrt

Bauherren berichten bei einer SPD-Versammlung über ihre Projekte. An der Kreuzstraße geht’s für den Bauverein nach Verzögerungen nun weiter

Wesel. Auf der Baustelle des Bauvereins an der Kreuzstraße gehen die Arbeiten in Kürze weiter. Die Archäologen haben ihre Arbeit an den freigelegten Resten der Festungsanlage erledigt. Rund 15 Wochen Verzögerung sind dadurch entstanden, berichtete Bauvereins-Vorstand Norbert Haeser jetzt bei der SPD-Veranstaltung zum Thema „Wohnen in Wesel“. Im Spätsommer 2020 werden die 46 Wohnungen wohl fertig sein.
Auf NRZ-Nachfrage beschreibt Norbert Haeser die nächsten Schritte: Derzeit wird eine Schotterschicht auf dem Grund der ausgeschachteten Fläche aufgebracht, dann machen sich die Arbeiter daran, die sichtbaren Mauerreste zu entfernen. Im Boden bleiben noch gut zwei Meter tief weitere Mauern erhalten. Da der Baugrund nicht tragfest ist, müssen Pfähle in den Boden eingebracht werden, um das spätere Gebäude zu stabilisieren. Damit kann der Bauverein wohl in Mai beginnen, vorher muss noch der Kampfmittelräumdienst den Boden sondieren.

Rund 80 Prozent der Wohnungen des Bauvereins liegen innerhalb der Bewilligungsmiete für öffentlich geförderte Wohnungen von 5,70 Euro – auch wenn nicht alle öffentlich gefördert sind. Im Neubau an der Kreuzstraße wird die Miete deutlich darüber liegen, erklärt Norbert Haeser. Dafür plant der Bauverein jedoch an anderer Stelle günstigen, modernen Wohnraum, denn der Bedarf in Wesel ist groß. Haeser hofft, im Sommer mit einem Sanierungsprojekt an der Dresdener Straße beginnen zu können. Dort sollen 27 in die Jahre gekommene Wohneinheiten modernisiert und in 23 Wohnungen umgewandelt werden, davon werden 14 öffentlich gefördert und neun frei finanziert sein. Ebenfalls noch 2019 soll der Neubau von 24 Wohnungen an der Springendahlstraße am St. Lukas Heim beginnen. Hier entstehen frei finanzierte Single-Wohnungen und Appartements.
Kleine, günstige Wohnungen fehlen

Klein, barrierefrei, günstig – dass diese Art von Wohnraum in Wesel ein echter Selbstläufer ist und häufig gesucht wird, berichtete auch Architekt Armin Stockhausen bei der SPD-Veranstaltung. So sind zum Beispiel die 38 öffentlich geförderten Wohnungen auf dem ehemaligen Euromaster-Gelände, die nun bezugsfertig sind, ohne große Werbung schnell vermietet gewesen. Auch die fünf frei finanzierten und sieben öffentlich geförderten Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Ellen-Key-Schule, die er gemeinsam mit Investor Max Trapp bis Frühjahr 2020 errichtet, sind schon fast komplett vergeben. Günstigen, barrierefreien Wohnraum zu schaffen, sei die Herausforderung für die nächsten Jahre, berichtete der Architekt – denn die Bevölkerung altert und viele Renten liegen auf einem niedrigen Niveau. Rund 300 Wohnungen hat Stockhausen in Wesel sowie in den Nachbarstädten und im Ruhrgebiet in Bau oder Planung, rund 250 davon öffentlich gefördert.

Rita Meesters (NRZ)