Gemeinsam für Wesel

Chaos an den Bahnsteigen in Wesel

An Vorstand Deutsche Bahn AG Herrn Alexander Doll Potsdamer Platz 2 10785 Berlin

Antwort der DB vom 22.10.2018 Presseerklärung SPD vom 25.10.2018

Norbert Meesters

Presseerklärung:

„Gut, wenn mahnende Briefe der SPD der Deutschen Bahn Anlass geben, den Bahnhof Wesel einmal einer außerplanmäßigen Überprüfung zu unterziehen. Besser wäre es, wenn die Bahn dies regelmäßiger aus eigenem Antrieb machen würde, um Schäden sofort zu beseitigen“, so Norbert Meesters, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Weseler SPD.

Die Antwort des Konzernbevollmächtigten Werner Lübberink mache nun Hoffnung, dass die vollständige Fertigstellung des Weseler Bahnhofs zum Ende des Jahres endlich erfolge.
 
Die Begründung für die Verzögerung bei der Beleuchtungsanlage -ein wichtiges Element der Neugestaltung- überzeugt Meesters aber nicht so richtig. „Wir haben in Wesel doch keinen Hundertwasserbahnhof wie in Uelzen, kein Unikat mit besonderen Bauteilen, das ist hier doch ein ganz normaler Bahnhof mit standardisierten Bauelementen. Das gilt doch sicherlich auch für die Beleuchtung“, so Meesters, der sich freuen würde, wenn nach vielen Hindernissen und Verzögerungen die Ankündigung der Bahn, zum Ende 2018 fertig zu sein, Wirklichkeit würde.
(Ursprünglich geplante Bauzeit: 2014 -2015)
 

 

 

Sehr geehrter Herr Hovest,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 2. Oktober zum Bahnhof in Wesel. Der Vorstand der Deut­schen Bahn hat mich gebeten, Ihnen aus Düsseldorf zu antworten.
Wir haben Ihren Brief zum Anlass genommen, den Bahnhof Wesel umgehend einer außer­planmäßigen Überprüfung zu unterziehen. Bei der Begehung mit Teilnahme des Eisenbahnbe­triebsleiters der DB Station&Service AG im Westen haben wir zwei Schäden identifiziert, die vermutlich auf Vandalismus zurückzuführen sind, und diese sofort beseitigt. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle versichern, dass die Verkehrssicherheit am Bahnhof Wesel durchgängig be­stand.
Gerne informieren wir Sie nachfolgend noch über den allgemeinen baulichen Zustand des Bahnhofs in Wesel. Generell hat die Insolvenz der mit der Modernisierung des Bahnhofs beauf­tragten Baufirma das Projekt in schwieriges Fahrwasser manövriert. Trotz dieser widrigen Um­stände konnte der Großteil der Maßnahmen bereits Ende 2017 abgeschlossen werden.
Probleme bei der Beschaffung von notwendigen Materialien für die Beleuchtung erschwerten die Finalisierung der neuen Beleuchtungsanlage. Dies hat zur Folge, dass die alte Beleuchtung weiterhin als provisorische Zwischenlösung genutzt werden muss, und die neue Beleuchtung noch nicht in Betrieb genommen werden konnte. Die Kabelwege, die zum Schutz gegen Vanda­lismus zum Teil auch in Rohren verlegt sind, sind daher auch als provisorisch zu betrachten. Die Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung und die finale Befestigung aller Schilder soll bis Ende 2018 erfolgen, sodass dann auch die provisorischen Kabelwege entfernt werden können. Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für den Austausch der Lautsprecheranlage. Die Maß­nahmen am Bahnhof Wesel sollen somit vollständig bis Ende 2018 abgeschlossen sein.
Ich habe die Kollegen gebeten, mich regelmäßig über den Bearbeitungsstand zu unterrichten.

Für fachliche Fragen steht Ihnen der zuständige Bahnhofsmanager der DB Station&Service AG, Herr Klaus Oberheim (klaus.oberheim@deutschebahn.com), zur Verfügung. Gerne können Sie sich auch an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
WerneJr . Lübberink
Konzernbevollmächtigter
für das Land Nordrhein-Westfalen

 

Sehr geehrter Herr Doll,

vor einem Jahr habe ich den Vorstand der Deutschen Bahn AG angeschrieben und auf die unhaltbaren Zustände im Bahnhof Wesel hingewiesen. Hier wurden 3,8 Mio. Euro verbaut und nichts ist fertig.

Am 22.10.2016 ist mein Brief von dem Konzernbevollmächtigten NRW, Herr Lübberink, beantwortet worden. Er weist mich explizit darauf hin, dass Beleuchtung, Lautsprecher usw. installiert werden. Heute, ein Jahr später, stelle ich fest, es ist einiges passiert, aber vieles liegt im Argen.

Ich lade Sie persönlich ein, kommen Sie nach Wesel und sehen Sie sich das Bahnhofschaos an.

Da Herr Pofalla am Niederrhein zu Hause ist, soll er bitteschön kommen und den Bürger*innen erklären, warum die DB AG innerhalb eines Jahres nicht in der Lage war, den Bahnhof betriebssicher herzustellen.

Im Einzelnen stellt sich die Lage wie folgt dar.
Die Betriebssicherheit ist nicht gewährleiste. Sicherheitsrelevante Schilder sind mit Blumendraht, Plastikbinder und Klebebinder befestigt.
Ist die Betriebssicherheit für die Reisenden gewährleistet, wenn ca. hundert Meter frei hängende Stromkabel über den Bahnsteig gezogen sind, um die nicht sachgemäß angebrachten Lautsprecher und Beleuchtungskörper zu versorgen? Die Kabel sind teilweise in Fallrohren von Dachrinnen in die Erde geleitet.
Hat die Firma die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt? Hat die DB AG diese Arbeiten abgenommen oder liegt hier einfach in großem Maße Pfusch am Bahnsteig vor?

Sehr geehrter Vorstand, dies alles ist der DB AG NRW bekannt!

Im Laufe des Jahres hat es Begehungen ihrer Presse und Öffentlichkeitsarbeit gegeben und nichts ist passiert.

Ich frage Sie: Wer trägt für so etwas die Verantwortung? Warum duldet die DB AG diesen Pfusch am Bahnsteig? Haben Sie diesen Pfusch schon bezahlt oder nehmen Sie die ausführende Firma in Regress?

Ist die ordnungsgemäße Verlegung der Versorgungsleitungen an den Bahnsteigen vergessen worden? Ist das eine typische Fehlplanung? Soll der Bahnsteig nun erneut überplant werden?

Die Menschen ärgert so etwas und man macht sich Gedanken, welche Vorbildfunktion die Bahn hat, wenn Sie sich jahrelang solchen Pfusch am Bahnsteig erlaubt und nichts dagegen tut.

Ich fordere Sie auf, kommen Sie nach Wesel und schaffen Sie umgehend Abhilfe am Bahnhof in Wesel.


Mit freundlichen Grüßen

Ludger Hovest
Fraktionsvorsitzender

Gleichlautendes Schreiben geht an Vorstand Deutsche Bahn AG:
Dr. Richard Lutz
Berthold Huber
Martin Seiler
Prof. Dr. Sabina Jeschke
Ronald Pofalla

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