Gemeinsam für Wesel

Antrag: Den Holocaust nicht vergessen

Einrichten einer Haushaltsstelle

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Ludger Hovest

Sehr geehrte Frau Westkamp,

auch Wesel ist vom nationalsozialistischen Terror stark betroffen gewesen. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind ermordet und vertrieben worden. Die jüdische Gemeinde in Wesel war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgelöscht. Das alles hat die Weseler Gesellschaft nicht vergessen. Schulen, Kirchen und viele Privatpersonen halten die Erinnerung durch gemeinsames Gedenken, z. B. in Gedenkveranstaltungen an die Reichspogromnacht am 9. November, die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar oder durch die Verlegung von Stolpersteinen wach.
Die SPD steht hier mit der Weseler Gesellschaft und dem Jüdisch-Christlichen Freundeskreis in Wesel an einer Seite und möchte die Weichen für die Zukunft stellen.
Insbesondere bei jungen Menschen soll eine Kultur des Nichtvergessens entstehen.

Wir schlagen deshalb vor, zukünftig eine Haushaltsstelle - Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - einzurichten.

Aus dieser Haushaltsstelle sollen zukünftig Zuschüsse gewährt werden für Fahrten zu Gedenkstätten des Holocaust. Dies können Museen, Konzentrationslager, usw. sein.
Zuschüsse können alle beantragen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, im Besonderen aber Schulen und Jugendgruppen.
Wir beantragen als Start für die Position einen Betrag von 10.000 Euro und warten dann die Diskussion ab, inwieweit Anträge gestellt werden.

Sollte der Betrag nicht ausreichen oder im Laufe der Zeit aufgebraucht worden sein, wird er von Fall zu Fall wieder aufgestockt.

Des Weiteren beantragen wir, dass die Stadt Wesel dem Deutschen Riga-Komitee beitritt.

Zwischen 1941 und 1944 wurden im Wald von Biekernieki bei Riga über 25.000 deutsche Juden erschossen und in Massengräbern verscharrt.  Unter den Opfern waren auch Weseler Bürger.
Die Repräsentanten von 13 deutschen Großstädten und der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gründeten am 23. Mai 2000 in Berlin das „Deutsche Riga-Komitee“.
Aufgabe dieses Zusammenschlusses ist es, an das Schicksal der Opfer zu erinnern.
 
Die mit dem Beitritt verbundenen Kosten sollen aus der zukünftigen Haushaltsstelle „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ gedeckt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Ludger Hovest
Fraktionsvorsitzender

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