Gemeinsam für Wesel

Neuer Regionalplan

Anschreiben: SPD-Mitglieder im RVR / Antwortschreiben: Regionalverband Ruhr

Anschreiben:

Liebe Genossinnen und Genossen,                                                                                                

zurzeit beratet Ihr über den neuen Regionalplan. Ich möchte Euch mit dieser Mail auf unsere Probleme in Wesel, die wir mit der Planung und Vorgehensweise der Verwaltung des RVRs haben, hinweisen.
Seit Jahrzehnten ist die Kiesindustrie in der Stadt Wesel seriöser und verlässlicher Partner der Stadtentwicklung.
Es gibt nicht nur gewachsene Strukturen und ein vertrauensvolles Verhältnis miteinander, sondern auch ein abgestimmtes Verfahren für die Kiesgewinnungsflächen.
Die Kiesindustrie baggert aus, schafft Arbeitsplätze, macht Gewinne und zahlt Steuern in Wesel. Die ausgebaggerten Flächen werden dann im Rahmen von integrierten Projekten einer Nachfolgenutzung zugeführt.

Die Nachfolgenutzung wird zweigeteilt:

Einerseits strikt freigehaltene Flächen für Naturschutz im allerweitesten Sinn. Hier können wir mit sichtbaren und messbaren Erfolgen aufwarten. Arten der Roten Liste siedeln sich in Wesel wieder an.
Wir schaffen Freiräume für die Menschen und sind weit über Wesels Grenzen hinaus für unsere attraktiven Naherholungsflächen bekannt. Zwei Beispiele: Die Seen werden immer öfter mit dem Fahrrad für den erholungssuchenden Menschen erlebbar. Auf ausgesuchten Flächen schaffen wir sanften Wassertourismus. Der Auesee (altes Baggerloch) ist bei den Menschen aus dem Ruhrgebiet derart beliebt, dass an ausgesuchten Wochenenden mehr als 20.000 Menschen den See aufsuchen.

 

  • Die bekannten Pläne des neuen Regionalplans für das Stadtgebiet Wesel gefährden unsere Pläne. Die im alten Regionalplan ausgewiesen Flächen, die in ihrem Bestand seit Jahrzehnten durch fast immer einstimmige Ratsbeschlüsse hinterlegt sind, werden nun willkürlich verändert, eingekürzt und es wird eine „jungfräuliche“ Fläche im Weseler Ortsteil Obrighoven ausgewiesen. So soll ein Mengengerüst in Wesel vermeintlich nachgewiesen werden.
  • Ich möchte hier, auch im Namen unserer anderen im Rat vertretenen Fraktionen, die Flächen benennen:
  • Wir möchten die Auskiesungsfläche Pettenkaul außerhalb der Wasserschutzzone erweitern und den erlebbaren Fahrradtourismus an dieser Stelle weiterentwickeln.
  • Wir möchten die in der Abstimmung mit dem RVR befindlichen Flächen in Wesel-Bislich-Histenbruch in der gesamten Größe erhalten, mit zwei Zielen: Weiterentwicklung des sanften Tourismus auf dem Wasser und Schaffung weiterer Flächen für Naturschutz in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station und dem NABU.
  • Die Fläche Wesel-Vahnum bietet die letzte Möglichkeit im Gebiet des RVRs eine riesige Fläche als Retentionsraum für Rheinhochwässer zu schaffen. Dazu muss der Deich rückverlegt werden und im Rahmen eines integrierten Konzeptes ausgebaggert werden. Die so geschaffene Fläche kann dann mit einer intelligenten Lösung mit dem Polder Lohwardt und der Auskiesungsfläche Vissel-Süd erweitert werden.
  • Hier ist Auskiesung alleine zu wenig. Es besteht die Möglichkeit mit der Biologischen Station und den Naturschutzverbänden eine riesige Fläche der Natur zurückzugeben. Heute wird die Fläche einfallslos landwirtschaftlich für Monokulturen genutzt.
  • Die Fläche Vissel-Süd soll ausgekiest werden, in der gesamten Größe. Hier sollen Flächen für den Naturschutz und die Natur bereitgestellt werden. Diese Flächen werden dann über den Fahrradfahrer, der über den Rheindeich kommt, erschlossen und dadurch für die Menschen erlebbar gemacht.
  • Die Renaturierung der Lippe von der B 8 bis zur Stadtgrenze Hünxe. Hier besteht eine Auskiesungsfläche der Firma RMKS, die gleichzeitig Zug um Zug mit der Biologischen Station Wesel renaturiert wird.
  • Mit dem Lippeverband sind wir uns einig, dass die gesamte Lippe in diesem Bereich aus dem kanalartigen Bett heraus muss und die Fläche links und rechts mit Hilfe der Kiesindustrie renaturiert werden soll.
  • Beispiel für die Renaturierung ist die Lippemündung, die im Rahmen eines integrierten Konzeptes zwischen der Auskiesungsfirma Hülskens, der Stadt Wesel, der Landesregierung und der Bezirksregierung Düsseldorf hergerichtet wurde.
  • Das Projekt wird heute in den Fachzeitschriften als Luxusfläche für Natur und Mensch weit über Wesels Grenzen gelobt und zur Nachahmung empfohlen.

Liebe Genossinnen und Genossen, wir bitten unsere Vorstellungen zu unterstützen und nicht durch eine Fehlplanung der Verwaltung RVR zu konterkarieren.

Ich biete Euch an und lade Euch ein, nach Wesel zu kommen um vor Ort die von mir angesprochenen Flächen anzusehen und mit uns und den Kiesfirmen in Dialog zu treten und selbstverständlich, wie bei uns seit Jahrzehnten üblich, auch mit den Naturschutzverbänden zu sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Ludger Hovest
Fraktionsvorsitzender

Lokalkompass

 


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