Gemeinsam für Wesel

SPD Hauptversammlung

Ludger Hovest, "In die Röhre gucken alle, nur die SPD in Wesel nicht."

Foto und Bericht: NRZ

SPD Wesel: Das neue Jahr 2018 kann nur besser werden

Merle Häring

Wesel.   SPD-Hauptversammlung mit selbstkritischen Stimmen zu den verpassten Chancen des vergangenen Jahres. Ludger Hovest als Vorsitzender wiedergewählt.

Bei der Jahreshauptversammlung des Weseler SPD-Stadtverbands gab der wiedergewählte Vorsitzende Ludger Hovest einen Ausblick auf die Ziele seiner Partei für die Zukunft in der Kreisstadt.

Im kleinen Saal der Niederrheinhalle präsentierte er seinen zahlreich anwesenden Parteigenossen außerdem eine Rückschau auf die vergangene Wahlperiode und bereits errungene Erfolge. Schon in seinem Grußwort kündigte er an: „Es kann nur besser werden!“

Parteikollege Norbert Meesters zeigte sich dabei optimistisch: „2018 wird besser, wir werden alles dafür tun.“ Das vergangene Jahr war laut Hovest „ein bitteres“, und die Gründe dafür seien „selbst verschuldet“. Die Kampagnen seien nicht aussagekräftig genug gewesen, es habe keine Antwort auf die Flüchtlingsfrage gegeben und auch bei anderen Angelegenheiten habe die SPD „Chancen verpasst“.

Hovest: Wir müssen uns inhaltlich besser aufstellen

Hovest zeigte sich einsichtig: „Wir haben erkannt, was wir falsch gemacht haben. Wir müssen uns inhaltlich besser aufstellen, uns personell an einigen Stellen erneuern und noch mehr für die Bürger da sein.“

Dann schließe er es auch nicht aus, wieder Wähler von der Alternative für Deutschland (AfD) zurückzugewinnen, die nur aus Trotz einer anderen Partei ihre Stimme schenkten. Auf die Frage, ob er eine Große Koalition für sinnvoll halte, entgegnete er: „Wenn die Ziele stimmen, wären wir dumm, eine Zusammenarbeit auszuschließen. Stimmen sie aber nicht, sollten wir nicht zum Steigbügel für Frau Merkel werden.“

In der Kommunalpolitik baut die SPD weiterhin auf die drei Säulen soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftsförderung und Umweltschutz. Genügend Kindergartenplätze, ein passendes, qualitativ hochwertiges Bildungsangebot, Verbesserungen in der Altenpflege, mehr sozialer Wohnungsbau und ein erweitertes Sportangebot sind nur einige Bereiche, denen sie sich im Rahmen sozialer Gerechtigkeit verschrieben hat.

Problemen möglichst bald auf den Grund gehen

All das seien Kriterien, die darüber entscheiden, „ob der Bürger sich in der Stadt wohlfühlt“. Dabei versprach Hovest, „jedem Problem auf den Grund zu gehen“, das von den Bürgern angemerkt wird.

Einige davon seien bereits angepackt worden: Schon bald soll es eine Erweiterung der Pflegeschule und der in Wesel ansässigen FOM Hochschule, aber auch neue Kunstrasenplätze für einige Vereine geben. Hovest will vor allem auf verlässliche Wirtschaftspolitik mit kurzen Wegen setzen: Konstante Gewerbesteuern und geringe Wartezeiten bei Gutachten oder Anträgen locke die Unternehmer ebenso nach Wesel wie neu ausgewiesene Gewerbeflächen, schnelles Internet und eine reibungslose Infrastruktur.

In Zukunft zentrale Themen für die SPD Wesel

Die voranschreitende Digitalisierung und die geplante Südumgehung würden dabei auch in Zukunft zentrale Themen für die SPD sein. Für ein besseres Klima werde der städtische Fuhrpark nach und nach mit Elektrofahrzeugen ausgestattet.

Auch dürfe auf städtischen Flächen keine Gülle mehr verteilt werden.

Die „Bürgermeisterfrage“ ist für Hovest und seine Parteikollegen schnell geklärt: „Wir sind mit Frau Westkamp gut aufgestellt, deshalb werden wir sie wieder als Kandidatin vorschlagen.“

Mit bejahendem Klopfen und Gläserklirren pflichteten die Parteimitglieder ihm bei. „In die Röhre gucken alle, nur die SPD in Wesel nicht,“ schloss er seinen Bericht.

DER STADTVERBANDSVORSTAND
Vorsitzender Ludger Hovest. Stellvertreter Ulla Hornemann, Wolfgang Spychalski, Patrick te Paß. Schriftführer Felix Stephan. Kassierer Helmut Trittmacher. Internetbeaudtragter Dieter Kloß.